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Peppol einfach erklärt: Das Netzwerk für E-Rechnungen

Letzte Aktualisierung: 25. Oktober 2026

Kurzfassung: Peppol ist kein Rechnungsformat, sondern ein Transportnetz — eine Art Einschreiben für E-Rechnungen. Behörden in Deutschland sind daran angeschlossen. Im B2B-Geschäft ist Peppol freiwillig; eine E-Rechnung per E-Mail ist genauso zulässig.

Was ist Peppol?

Peppol (ursprünglich „Pan-European Public Procurement Online“) ist ein internationales Netzwerk zum Austausch von Geschäftsdokumenten wie Rechnungen und Bestellungen. Es wird vom Verein OpenPeppol verwaltet. Jedes Land hat eine Peppol-Behörde; in Deutschland ist das die Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT), die auch den Standard XRechnung betreut.

Der Vorteil gegenüber E-Mail: Der Absender weiß sicher, dass die Rechnung angekommen ist, die Empfängeradresse wird automatisch nachgeschlagen und jeder Teilnehmer ist geprüft.

Das 4-Corner-Modell

Absender und Empfänger schicken sich die Rechnung nicht direkt, sondern über je einen Dienstleister, den Access Point. Daraus ergeben sich vier „Ecken“:

Peppol 4-Corner-Modell: Absender, Access Point des Absenders, Access Point des Empfängers, Empfänger Peppol: Die Rechnung läuft über zwei Access Points Ecke 1 Absender dein Unternehmen Ecke 2 Access Point dein Dienstleister Ecke 3 Access Point Dienstleister Empfänger Ecke 4 Empfänger Kunde oder Behörde 2. zustellen über das Peppol-Netz Verzeichnis: SML + SMP „Über welchen Access Point ist der Empfänger erreichbar?“ 1. nachschlagen Absender und Empfänger sprechen nur mit ihrem eigenen Access Point.
BegriffBedeutung
Access PointZertifizierter Dienstleister, der Dokumente ins Peppol-Netz einspeist und empfängt. Viele Buchhaltungsprogramme haben einen integriert.
SML (Service Metadata Locator)Zentrales Verzeichnis, das auf den richtigen SMP verweist. Es gibt nur eines im ganzen Netz.
SMP (Service Metadata Publisher)Hält fest, welche Dokumentarten ein Empfänger annimmt und über welchen Access Point er erreichbar ist.
Peppol-IDAdresse eines Teilnehmers, bestehend aus Schema und Kennung, z. B. 0204:991-… für eine Leitweg-ID oder 9930:DE123456789 für eine deutsche USt-IdNr.
Peppol BIS Billing 3.0Das Standard-Rechnungsformat im Netz (UBL, auf Basis der EN 16931). XRechnung kann ebenfalls über Peppol versandt werden.

Wer braucht Peppol in Deutschland?

SituationPeppol nötig?
Rechnungen an andere Unternehmen (B2B)Nein. E-Mail, Download-Portal oder Peppol sind gleichwertig. Siehe E-Rechnung per E-Mail.
Rechnungen an BundesbehördenPeppol ist ein möglicher Weg. Alternativ gibt es die Upload- bzw. Weberfassung der Rechnungseingangsplattformen.
Rechnungen an Länder und KommunenJe nach Auftraggeber; viele sind per Peppol erreichbar, manche haben eigene Portale.
Großkunden mit automatisierter RechnungsverarbeitungManchmal gewünscht oder vertraglich vereinbart.
Kunden in Ländern mit Peppol-Pflicht (z. B. Belgien ab 2026)Dort oft der Standardweg. Siehe E-Rechnung ins Ausland.

Wie komme ich ins Peppol-Netz?

Nur über einen Access Point. Selbst einen zu betreiben, lohnt sich für kleine Unternehmen nicht — das ist ein zertifizierter Dienst mit Vertrag bei der Peppol-Behörde. In der Praxis nutzt man:

Einen Überblick über Programme gibt der Software-Vergleich.

Häufige Fragen

Ist Peppol Pflicht für die E-Rechnung in Deutschland?
Nein. Die deutsche E-Rechnungspflicht schreibt das Format vor (EN 16931, z. B. ZUGFeRD oder XRechnung), nicht den Übertragungsweg.

Kann ich ZUGFeRD über Peppol verschicken?
Das Netz ist auf XML-Formate ausgelegt (Peppol BIS, XRechnung). Eine ZUGFeRD-PDF wird in der Regel per E-Mail versandt; über Peppol geht stattdessen die XML-Variante.

Was kostet Peppol?
Die Teilnahme läuft über Anbieter, deren Preise sehr unterschiedlich sind. Viele Buchhaltungsprogramme enthalten Peppol im Abo; Einzelanbieter rechnen pro Dokument ab.

Weiterführend: Leitweg-ID · E-Rechnung per E-Mail · Glossar